Rund 1,5 Billionen Euro werden nach Schätzungen von Fachleuten im laufenden Jahrzehnt auf die nächste Generation übertragen. Doch noch immer ist für viele Deutsche die Regelung des eigenen Erbfalles ein Tabuthema. Damit der Fiskus nicht das mühsam erarbeitete Vermögen bei einer Erbschaft zum Großteil wieder auffrisst, ist geschicktes und vor allem rechtzeitiges Handeln gefragt.

Als Steuerberater können wir das Thema Erbschaft nicht nur leichter ansprechen, als dies die eigenen Nachkommen tun würden. Wir können auch neutraler Schiedsrichter sein, um späteren Auseinandersetzungen unter den Erben vorzubeugen.

Erbschafts- und Schenkungssteuer Rechner

Wir beraten Sie bei der Übertragung Ihres Vermögens sowohl im Erlebens- (Schenkung) wie auch im Todesfall (Erbschaft) umfassend. Unsere Beratung gilt dabei sowohl dem Erbrecht wie auch dem Erbschaftsteuerrecht bzw. bei der Vermögensübertragung unter Lebenden (z.B. Unternehmensnachfolge) dem Schenkungsteuerrecht. Die geschieht in Kooperationen mit spezialisierten Fachanwaltskanzleien.

Wenn die Schenkung erfolgt oder der Erbfall eingetreten ist, erstellen wir für Sie die Schenkung- oder Erbschaftsteuererklärung. Auch hier kann noch gestaltet werden, z.B. bei der Bewertung von Grundstücken oder Betrieben.

Die Erbschaftsteuererklärung bzw. Schenkungsteuererklärung selbst bietet kaum noch Raum für Gestaltungen, beinhaltet jedoch einige Fallstricke, die umgangen werden müssen.

  • Erstellung der Schenkungsteuererklärungen und Erbschaftsteuererklärung
  • Verschonungsregelung für Betriebsvermögen
  • Ausnutzung der persönlichen Freibeträge
  • Optimierung der Steuerklassen
  • Güterstandsschaukel
  • Vorweggenommene Vermögensübertragung

 

Häufige Fragen und Antworten zur Erbschaftsteuer und
Schenkungsteuer aus unserer Beratungspraxis.

Was ist, wenn das Bundesverfassungsgericht die Erbschaftsteuer kippt?

Das aktuelle Erbschaft- und Schenkungsteuergesetz steht derzeit beim Bundesverfassungsgericht auf dem Prüfstand, weil der Bundesfinanzhof Bedenken gegen die Verfassungsmäßigkeit der geltenden Regeln hat. Insbesondere die Vergünstigungen für Erben von Betriebsvermögen könnten dazu führen, dass die Richter in Karlsruhe das geltende Recht verwerfen. Wer eine Übertragung insbesondere von Betriebsvermögen bereits plant, sollte erwägen diese vorzuziehen, soweit sie nach geltendem Recht steuerfrei realisierbar wäre. Insoweit dürfte Vertrauensschutz bestehen.

Welche Freibeträge und Steuersätze gibt es?

Schenkungen und Erbschaften im Rahmen der persönlichen Freibeträge bleiben steuerfrei. Für Kinder betragen sie 400.000 Euro (von jedem Elternteil), für Ehegatten sogar 500.000 Euro. Geschwister, Neffen, Nichten und nicht verwandte Personen wie Lebensgefährten und Freunde haben dagegen nur einen Freibetrag in Höhe von 20.000 Euro. Auch bei den Steuersätzen kommt es auf das Verwandtschaftsverhältnis an. Nahe Angehörige wie Ehegatten und Kinder zahlen je nach Höhe der Schenkung oder Erbschaft zwischen 7 und 30 Prozent an den Fiskus, bei nicht verwandten Personen sind dies schon 30 bis 50 Prozent.

Welche Ausnahmen und Vergünstigungen gibt es?

Die bedeutendste Vergünstigung besteht für Erben von Betriebsvermögen. Hier ist ein Verschonungsabschlag von 85 oder gar 100 Prozent möglich, wenn die Erben bzw. Übernehmer den Betrieb weiterführen, die Arbeitsplätze erhalten und es sich nicht um bloßes Verwaltungsvermögen handelt. Daneben gibt es noch zahlreiche weitere Steuerbefreiungen und Freibeträge wie z.B. für Hausrat, selbst genutzte Immobilien, Gelegenheitsgeschenke oder Zuwendungen an gemeinnützige Einrichtungen.

Wo kann es Schwierigkeiten geben ?

Immobilien: Bei Grundeigentum kommt der Bewertung und Nutzung eine erhebliche Rolle zu. Zwischen Ehegatten kann ein selbst bewohntes Haus oder eine Wohnung steuerfrei übertragen werden.

Betriebsvermögen: Für die Übertragung von Unternehmen oder einer Beteiligung gelten besondere Vorschriften. Hier gilt es, die gesetzlichen Verschonungsregeln optimal auszunutzen.

Gütertrennung: Ehegatten im Güterstand der Gütertrennung verschenken den steuerfreien Zugewinnausgleich im Erbfall. Es bietet sich der Wechsel zur (modifizierten) Zugewinngemeinschaft an.

Berliner Testament: Bei einem gemeinschaftlichen Testament mit der Einsetzung der Kinder lediglich als Schlusserben, können die Freibeträge Kinder nicht optimal genutzt werden.

Auslandsvermögen: Bei der Immobilie oder dem Konto im Ausland muss geprüft werden, ob neben dem deutschen auch das ausländische Finanzamt auf das Vermögen zugreifen will und wie eine Doppelbesteuerung vermieden werden kann.

Entfernte Erben: Bruder, Schwester, Nichte und Neffe gehören genau wie der Lebensgefährte nicht zur privilegierten Steuerklasse I und werden mit einem niedrigen Freibetrag und hohem Steuersatz besonders zur Erbschaftsteuer herangezogen. Neben Heirat und Adoption gibt es auch hier Möglichkeiten einer steuerlichen Gestaltung.

Die optimale Testamtentsgestaltung

Haben Sie sich in letzter Zeit verstärkt mit der Vermögensnachfolge auseinander gesetzt? Wenn ja, dann haben Sie in diesem Zusammenhang vielleicht bereits ein Testament verfasst. Mit dem Testament gibt Ihnen der Gesetzgeber ein rechtliches Instrument zur Hand, mit dem Sie nicht nur Ihre Erbfolge zivilrechtlich regeln können. Vorausgesetzt, das Testament ist entsprechend verfasst, können Sie damit auch die steuerliche Seite optimal planen und gestalten.

Egal, ob Sie nun ein Einzeltestament errichtet haben oder erstellen wollen, oder ob Sie mit Ihrem Ehegatten ein gemeinschaftliches Ehegattentestament verfassen: Unter Beachtung der Grenzen für die Testierfreiheit haben Sie alle Möglichkeiten, auf die Erbfolge, dem Umgang der Erben mit dem Nachlass sowie auf die Besteuerung des Nachlasses einzuwirken. Ein Testament bindet Sie im Gegensatz zum Erbvertrag nicht. Sie können ein Testament also jederzeit ändern – und bei Bedarf steuerlich anpassen.

Vermeiden Sie nach Möglichkeit eine gegenseitige Erbeinsetzung mit Ihrem Ehepartner (Berliner Testament). Solche Berliner Testamente gehören zu den steuerschädlichsten Übertragungsinstrumenten. Das Berliner Testament sollte nur dann gewählt werden, wenn zwingende zivilrechtliche Gründe für eine solche Gestaltung sprechen.

Zur Vermeidung von Steuernachteilen ist eine klare Erbeinsetzung Voraussetzung. Die Erbeinsetzung sollte immer zu Beginn eines selbst verfassten Testaments erfolgen, und zwar namentlich unter Gebrauch der Worte „Erbe“ oder „erbt“ usw.

Zur Bestimmung der steueroptimalen Erbquoten für Ihre Nachfolger müssen Sie wissen, dass die Erbschaftsteuer ausschließlich aus dem Erwerbsanteil am ungeteilten Nachlass bemessen wird. Nicht der Nachlass oder etwa die Teilung des Nachlasses mittels einer Teilungsanordnung, sondern der jeweilige Teilerwerb am Nachlass bestimmt die Bemessungsgrundlage für die Erbschaftsteuer. Ein Testament, mit dem Sie einem stärker steuerbelasteten Erben eine Immobilie mit besonders niedrigem Steuerwert zuwenden, würde im Erbfall nichts nützen. Sie müssen stattdessen die Erbquoten entsprechend festsetzen. Mit der Erbquote bestimmen Sie, mit welchem Anteil ein Erbe am Nachlass beteiligt ist.

Dies soll Ihnen das folgende, vereinfachte Beispiel erläutern:

Angenommen, Sie leben im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, haben zwei Kinder und vererben Immobilienvermögen im Steuerwert von 4 Mio. EUR. Ihre Ehefrau hat keinen Zugewinn erzielt. Nach der gesetzlichen Erbquotenteilung würde im Fall Ihres Todes die Hälfte des Nachlasses an den überlebenden Ehegatten fallen, die andere Hälfte bekämen die Kinder jeweils zu gleichen Teilen. Die Kinder hätten nach Abzug ihrer Freibeträge jeweils 795.000 EUR zu versteuern und müssten jeweils rund 150.000 EUR an Erbschaftsteuer, zusammen also 300.000 EUR zahlen. Ihre Ehefrau erhält ihren Teil als Zugewinnausgleich steuerfrei.

Durch geschickte Testamentsgestaltung können Sie in diesem Beispiel die Gesamtsteuerlast erheblich mindern. Ein steueroptimales Testament würde die Erbquoten so verteilen, dass der Ihrer Ehefrau neben dem Zugewinnausgleich zustehende Ehegatten-Freibetrag und der besondere Versorgungsfreibetrag voll genutzt würde.

Generation Skipping

Haben Sie schon einmal an „Generation-Skipping“ gedacht? Unter Umständen ist es im Zuge einer langfristigen Steuerplanung auch für Sie sinnvoll, Ihr Vermögen testamentarisch gleich auf Enkelkinder zu übertragen. Solche Generationen überspringende Zuwendungen werden als „Generation-Skipping“ bezeichnet. Der Vorteil des „Generation-Skippings“ liegt darin, dass durch das Überspringen einer Generation ein Steuerfall entfällt, der Erbschaftsteuer kosten würde. Des Weiteren erben die Enkel hier getrennt. Hierdurch entsteht ein Progressionsvorteil. Diesem Vorteil steht allerdings auch ein Nachteil gegenüber: Durch das Überspringen eines Erbgangs und der direkten Überleitung des Vermögens auf die Enkelgeneration geht ein Freibetrag verloren, nämlich der Freibetrag, den die so genannte „Zwischengeneration“ gehabt hätte. Schließlich ist auch zu bedenken, dass das „Generation-Skipping“ nur dann funktioniert, wenn Seitens der „Zwischengeneration“ keine Pflichtteilsrechte geltend gemacht werden. Die optimale Testamentsgestaltung durch das Überspringen einer Erbengeneration bedarf daher der intensiven erb- und steuerrechtlichen Beratung. Auch sollten hier die Familienangehörigen in die Testamentsplanung mit einbezogen werden, damit es danach nicht zum Streit um den Pflichtteil kommt.

Anordnung von Vermächtnissen

Schließlich können Sie Ihren Erben auch dadurch Erbschaftsteuer ersparen, dass Sie in Ihrem Testament Vermächtnisse anordnen und gezielt zuordnen. Mit Vermächtnissen können Sie die Steuerwerte einzelner Nachlassgegenstände individuell verschieben. Das ist besonders dann relevant, wenn sich niedrig bewertetes Grundvermögen in Ihrem Nachlass befindet und zu Ihren Erben auch entfernte Verwandte zählen, die einer höheren Steuerklasse unterliegen. Verschaffen Sie Personen der Steuerklassen II und III, das sind u.a. die Geschwister, Geschwisterkinder, Schwiegerkinder oder der Lebensgefährte, mit einer testamentarischen Vermächtnisanordnung dadurch Steuervorteile, dass Sie diesen solche Gegenstände zuwenden, die mit einem niedrigeren Steuerwert bewertet oder sogar steuerfrei sind. Es empfiehlt sich in solchen Fällen stets, niedrig besteuerte Erben (also den Ehegatten, die Kinder oder Enkelkinder) zum Alleinerben zu bestimmen und höher besteuerte Erben mit niedrig bewerteten Gegenständen als Vermächtnisnehmer einzusetzen.

Beispiel: Der unverheiratete Senior E will sein nichteheliches Kind und die Kindesmutter (seine Lebensgefährtin) zu gleichen Teilen am Nachlass beteiligen. Es sind vorhanden: Wertpapiere im Verkehrs- und Steuerwert von 1,4 Mio. EUR; Grundstücke im Verkehrswert von 1 Mio. EUR und Steuerwert von 600.000 EUR. Setzt E das Kind und die Lebensgefährtin jeweils zur Hälfte ein, würden rund 500.000 EUR an Erbschaftsteuer anfallen, 150.000 EUR beim Kind und ca. 350.000 EUR bei der Lebensgefährtin. Der steuerlich beratene Senior wird dagegen das Kind zur Alleinerbin einsetzen und der Lebensgefährtin durch testamentarisches Vermächtnis das Grundstück im Verkehrswert von 1 Mio. EUR (Steuerwert 600.000 EUR) mit 200.000 EUR Bargeld zuwenden. Dies allein würde rund 30.000 EUR an Erbschaftsteuer sparen.

Nachfolgende Checkliste soll Ihnen als roter Faden für die Vorbereitung auf die steueroptimale Testamentsgestaltung gemeinsam mit uns dienen. Die Checkliste ersetzt nicht die individuelle Beratung. In einem Gespräch sollten wir die Details besprechen.

Checkliste zur Abfassung eines steueroptimalen Testaments

  • Am Anfang einer steueroptimalen Testamentsgestaltung ist immer die gesetzliche Erbfolge zu ermitteln und daraus die Pflichtteile für bestimmte Erben zu bestimmen.
  • Anschließend sind die steuernachteiligen Folgen der gesetzlichen Erbfolge festzustellen
  • Bestimmen Sie mit uns, durch welche Testamentsgestaltung sich diese Nachteile vermeiden lassen

Prüfen Sie mit uns folgende Möglichkeiten ab:

  • Veränderung der Erbquoten der Nachlassbeteiligten (der Erbe mit hoher Steuerbelastung erhält die niedrigste Erbquote);
  • Ausgestaltung der Zuwendungen so, dass alle bestehenden Freibeträge voll ausgeschöpft werden können;
  • Wenn Betriebsvermögen vorhanden ist: Zuweisung des Betriebsvermögensfreibetrags an solche Unternehmensnachfolger, die durch die Berücksichtigung früherer Erwerbe einer höheren Steuerbelastung ausgesetzt sind;
  • Verschiebung von Steuerentstehungszeitpunkten durch aufschiebende Bedingungen im Testament, so dass ein neuer Zehnjahreszeitraum beginnen kann und den Bedachten die Steuerfreibeträge erneut zustehen.
  • Beziehen Sie beim „Generation-Skipping“ unbedingt die unmittelbaren Erben (Pflichtteilsberechtigten) in die Testamentsgestaltung ein.
  • Lassen Sie Ihr Testament in regelmäßigen Abständen von Ihrem Steuerberater im Hinblick auf zwischenzeitlich erfolgte Änderungen im Erbschaftsteuerrecht überprüfen. Eine Reform des Erbschaftsteuerrechts ist derzeit im Gange.